Am Fr
eitag, den 28.05.2010, begann der Verkauf des lang erwarteten Tablet- Computers endlich auch bei uns. Nachdem dieser von Ende April auf Ende Mai verschoben worden war, konnten nun die ersten Fans eines der mindestens 499€ teuren Spielzeuge erwerben. In den USA kostet es übrigens 499$, ist durch den Wechselkurs also billiger.
Ersetzen wird es das Notebook wohl in nächster Zeit nicht, denn dafür fehlen noch zu viele Funktionen wie zum Beispiel eine Webcam. Dennoch leitet das kleine Gerät ein neues Zeitalter ein. Weg vom Informationsüberfluss und der Möglichkeit alles selbst zu machen hin zum Benutzerfreundlichem, Vorbestimmten. Dies zeigt, was die heutige Gesellschaft anspricht: Bequemlichkeit, Virenfreiheit und Einfachheit in der Bedienung. Dafür wird die Gefahr einer Zentralmacht dankend in Kauf genommen.
Der heutige Konsument möchte Musik hören, Bücher lesen und im Internet surfen: Am liebsten alles auf einmal. Aber Multitasking soll es mit dem iPad nicht mehr geben, aufgabenkonzentriertes Arbeiten steht im Vordergrund. Lob gab es hingegen für die reiche App- Auswahl sowie die lange Akku- Laufzeit von bis zu 10 Stunden.
Auch die deutschen Zeitungen erhoffen sich Großes: Die Rettung ihrer schwächelnden Branche. Doch Apple kassiert momentan 30% der Anwendungserlöse ein- zu hoch finden Anleger hierzulande. Außerdem werden bereits erste Vorwürfe laut, die Presse würde zensiert. So musste Bild sein App verändern, da der US- Konzern keine jugendfreien Inhalte zulässt. Ob das nun wirklich so schlecht ist, darüber lässt sich natürlich streiten.
Alles in allem zeigt das iPad wohl keine neue Technologie, sondern eher ein neues Lebensgefühl. Wie sich dieser Trend weiterentwickelt, bleibt zu beobachten. Fest steht, dass Steve Jobs Vorgaben setzt, die andere erst einmal nachmachen müssen.
Ich bin ja inzwischen in München und bin am Freitag kurz am Apple Store vorbeigegangen. War ziemlich voll mit großer Menschenmenge vor dem Eingang, die sich von Mitarbeitern das iPad demonstieren ließen.
“eines der mindestens 499€ teuren Spielzeuge erwerben. In den USA kostet es übrigens 499$, ist durch den Wechselkurs also billiger.”
Zu beachten ist dabei aber, dass in den $499 noch keine Mehrwertsteuer enthalten ist, weil die in den USA von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich ist. Der Unterschied ist also gar nicht so groß…
“Aber Multitasking soll es mit dem iPad nicht mehr geben”
Falsch. Unter der Haube steckt ein vollwertiges Unix – weitgehend das gleiche, was sich auch bei Mac OS X im Hintergrund befindet. Das iPad OS ist somit eines – wenn nicht sogar das – fähigste mobilen Betriebssysteme aktuell auf dem Markt. Multitasking beherrscht es (wie in diversen Fernsehspots zu sehen ist), es ist allerdings für Programme von Drittentwicklern derzeit nicht zugelassen – aus verständlichen Gründen: Akkulaufzeit und Rechenleistung sind bei mobilen Geräten extrem begrenzt – es ist ja schon ein Wunder, dass ein quasi-Desktop-Betriebssystem auf so einem Gerät überhaupt läuft.
“Auch die deutschen Zeitungen erhoffen sich Großes: Die Rettung ihrer schwächelnden Branche.”
Dazu kann ich nur nochmal wiederholen, was ich letztes Jahr über die Musikbranche geschrieben habe:
http://dl.cjd-rostock.de/?p=1188&cpage=1#comment-368
Also haben wir beim günstigsten:
499$ + 7% = 534$ = 381€
Plus USt. bist du bei 453€
Was man sich für 46€ nicht so alles kaufen kann…
Zum Multitasking: http://netzwertig.com/2010/05/28/fehlendes-multitasking-wie-das-ipad-das-echtzeitweb-verstummen-laesst/
Über die Sache mit den Zeitungen, hat sicherlich jeder seine eigene Meinung
Trotzdem danke für den Kommentar