Obdachlos– bei minus 10°C

Berlin-Armut-Obdachlos-MitteBei einem Wetter wie diesem ist wohl jeder froh ein Dach über dem Kopf zu haben und nicht bei Minusgraden draußen in der Kälte sein zu müssen. Dabei wird leicht vergessen, dass es auch Menschen gibt, denen es ganz anders geht. Obdach- bzw. Wohnungslose wie der neuere Begriff lautet, in den wieder einmal viel Zeit und Geld investiert wurde, bis sich die Politiker geeinigt hatten, haben oft Schwierigkeiten im Winter irgendwo unterzukommen, da die so genannten Nachtasyle überfüllt und nicht immer sicher sind. Viele wissen allerdings nichts von diesen Problemen, weshalb gerne weggesehen und nichts getan wird.

Obdachlose sind, um sich innerhalb der Szene einen Rest persönlicher Behauptung zu bewahren, darauf angewiesen, die letzten sozialen Verbindungen zur sesshaften Außenwelt zu kappen. Viele sind chronisch krank und leiden an Unterernährung. Außerdem gehen Sozialpsychologen davon aus, dass sich bereits nach einem halben Jahr auf der Straße der Charakter des Menschen nachhaltig verändert, was die Resozialisierung erschwert. Es besteht die Gefahr eines Teufelskreises aus Abwehrreaktion der übrigen Bevölkerung sowie Verzweiflung und Widerstand der Wohnungslosen gegen Bürgerliche.

In Deutschland gibt es insgesamt etwa 860.000 Personen, die auf der Straße leben. Allerdings sind diese Zahlen in keiner Bundesstatistik erfasst, lediglich Nordrhein- Westfalen führt seit den 60er Jahren eine Obdachlosenstatistik. Bundesweit gibt es nur Schätzungen, die von Wohlfahrtsverbänden aufgestellt wurden. Angaben über Obdachlose in Rostock gibt es keine.

Obdachlos kann jeder werden. Es sind Lehrer, Migranten, Lebenskünstler, Vorarbeiter, Alkoholiker und chronisch Kranke. Es sind Menschen, die verzweifelt sind und Menschen, die aufgrund ihrer Gerissenheit jeden Sozialarbeiter zur Verzweiflung bringen, es sind Abzocker und Abgezockte, Menschen, die allein nicht mehr fähig sind zu leben und Menschen, die nie fähig und willens wären ein anderes Leben zu leben. Trotz aller Schwierigkeiten, die sich durch unterschiedliche Denkweisen ergeben, darf man nicht wegsehen, sondern muss helfen, denn es gibt nur wenige, die wirklich ihr Leben lang auf der Straße bleiben wollen.

Spenden für die Obdachlosen in Rostock:

Spendenkonto Ostseesparkasse Rostock
Kt. Nr. 215008111 – BLZ 13050000

Und hier noch ein interessanter Bericht von Günther Wallraff, der in einem Selbstversuch Weihnachten auf der Straße verbrachte.

Quellen: Lübecker Nachrichten, Njoy, www.unique-online.de, www.zeit.de, www.wikipedia.de

Einen Kommentar schreiben


Uses wordpress plugins developed by www.wpdevelop.com