
Logo der Handball-EM in Österreich
Wie viele vieleicht schon mitbekommen haben ist zur Zeit die Handballeuropameisterschaft in Östereich im Gange. Es ist die 9. Europameisterschaft, die nun abgehalten wird. Es nehmen insgesamt 16 Mannschaften teil. Darunter natürlich auch Deutschland. Der klare Favourit ist jedoch Frankreich. Frankreich ist Fize-Weltmeister, amtierender Olympiasieger und besitzt den besitzt den zum Besten Spieler des Jahres 2009 ausgezeichneten Nicola Karabatic. Ein anderer möglicher Kandidat wären auch die Kroaten, die einen technisch extrem hohen Handball spielen. Sie sind nach dem WM 2009 im eigenen Land amtierender Meister. Ihr wichtigster Spieler ist ebenfalls einer der weltweit Besten: Ivano Bali´c. Damit ist Deutschland eigentlich ein klarer Außenseiter. Dennoch ist Heiner Brand (Trainer der Deutschen Nationalauswahl) von einer Sache überzeugt: “Wir können jeden Gegner schlagen!” Mit diesem Motto wollte die deutsche Handballnationalmannschaft also in das Turnier gehen. Doch noch bevor es begann fiel einer der Führungsspieler des Teams aus Verletzungsgründen aus. Pascal Hens wird zwar mit nach Innsbrück kommen, wird jedoch der Wahrscheinlichkeit nach nicht eingesetzt werden können. Außerdem ist seit der letzten Weltmeisterschaft Markus Bauer, der Kapitän der Mannschaft, nicht mehr als Spieler täig. An seine Stelle tritt nun Michael “Mimi” Kraus um das Team zu leiten.
Deutschland startete in einer sehr starken Gruppe C. Mit ihnen befanden sich noch Polen (der Vize-Weltmeister von 2007), Slowenien und Schweden (der Rekordeuropameister und Gastgeber der Weltmeisterschaft 2011) in dieser Gruppe. Am 19.01 fand das Eröffnungsspiel für Deutschland statt: Deutschland – Polen. Damit stand der vermutlich schwierigste Gegner gleich zu Anfang.
Die Deutschen Spieler kamen nicht sehr gut ins Geschehen. Die Abwehr ließ zu leichte Tore zu und im Angriff wurde zu oft der Torwart abgeworfen. Oft auch viel zu voreilige Abschlüsse. Zum Teil konnten die Polen ihren Vorsprung auf 6 Tore ausbauen. Doch dann zeigte sich immer wieder der Kampfgeist der Deutschen und somit kamen sie in der 55. Minute noch einmal auf 2 Tore heran. Diesen Vorsprung konnten die Polen jedoch halten und damit kam es zu einer blamablen deutschen Niederlage. Das Spiel endete 25:27 für Polen. Das hieß allerdins nicht das Deutschland nun aus dem Turnier wäre. Es war lediglich ein Spiel in der Vorrunde verloren. Das kann passieren, doch sie mussten sich jetzt zusammenreißen. Der nächste Gegner war auch kein Leichter: Slowenien. In diesem Spiel setzten sich die Fehler aus dem ersten wieder fort und somit kam es zu einem 4:0 Rückstand in der 8. Minute. Nach einer Auszeit von Heiner Brand, kämpfte das Team mehr und versuchte wieder an den Stand Slowenen zu kommen. Dies gelang ihnen letztlich auch, trotz einer immer noch schlechten spielerischen Leistung. In der letzten Minute lagen die Slowenen mit einem Tor vorn, doch mit einem tollen Treffer vom Rückraumschützen Holger Glandorf erreichte das Deutsche Team ein Unentschieden (34:34). Nun musste das Team doch endlich aufwachen. Am 22.01 kam es also zum untersten Finale der Vorrunde gegen Schweden. Welches Team dieses Spiel verliert ist ausgeschieden, das andere kommt weiter. Somit herrschte natürlich ein enormer Druck.
Die Nationmannschaft kam an diesem Tag besser ins Spiel. Sie setzte sich sofort ab und konnte diesen Stand auch lange halten. In der 52. Minute jedoch bekam Oliver Roggisch eine Rote Karte, wegen eines Fouls. Dadurch konnten die Schweden wieder an ein Tor herankommen. Es wurde noch einmal eng, aber dank eines grandiosen Silvio Heinevetter im Tor konnte die Führung gehalten werden. Der Endstand lautete 30:29. Damit erreichte Deutschland die Hauptrunde zwar knapp, aber immerhin. Großer Jubel war angesagt, welcher jedoch am Abend etwas getrübt wurde, weil Olig Velici (ein deutscher Nationalspieler, welcher noch vor drei Jahren gespielt hat) an diesem Abend an seiner Krebserkrankung starb. Dennoch durfte sich das deutsche Team nicht von ihrer Aufgabe ablenken lassen. Die Hauptrunde wird schwierig. Gegner wie Frankreich, Spanien und Tschechien warten auf sie.
Wieder starteten sie mit dem wohl stärksten Gegner: Frankreich. Auch schon in der Handball WM 2007 in Deutschland war das Spiel gegen Frankreich eines der entscheidenden. Also stand auf dem deutschen Nationalteam ein starker Druck. Wenn sie dieses Spiel verlieren, haben sie zu viele Punkte verloren und können somit das Halbfinale nicht mehr erreichen. Wie schon die Spiele zuvor fiel das Team schon sehr früh ineinen Rückstand. Zur 8. Minute lautete er 2:4 für die Franzosen. Diesen Vorsprung konnten sie lange halten. Auch in der 16. Spielminute lagen sie immernoch mit 2 Treffern vorn. Die enorm kompakte Abwehr der Franzosen und ein starker Thierry Omeyer im Tor brachte die deutsche Angriffsformation zum Verzweifeln. Somit lautete der Halbzeitstand 10:12. Sofort zu Beginn der 2. Halbzeit starteten die Franzosen mit Vollgas. 5 Treffer in Folge wurden erzielt. Damit wuchs der Vorsprung auf 7 Tore an. Die deutsche Mannschaft gab sich allerding dennoch nicht geschlagen. Sie kämpften immer weiter doch letztendlich waren sie die klar unterlegene Mannschaft und es reichte nur für ein 22:24. Das war damit das Aus für die deutschen Handballer. Dennoch standen ihnen noch 2 Gegner bevor.
Beim nächsten Spiel gegen Spanien war den Spielern allerdings deutlich anzuerkennen, dass sie kaputt waren. Sie erbrachten nicht mehr die kämpferische Leistung wie in den Spielen davor und verloren auch dieses Spiel mit 20:25. Das letzte Spiel Deutschlands in dieser EM hieß darum Deutschland : Tschechien. Tschechien ist eigentlich ein Gegner den das deutsche Team schlagen müsste, aber auch hier zeigten sie keine ausreichende Konzentration, machten überhastete Abschlüsse und standen nicht als Einheit in der Abwehr. Somit kam es auch hier zu einem miserablen 26:26 Endstand. Für die deutsche Mannschaft bleibt also noch viel Arbeit und ein paar harte Trainingseinheiten.
Das Finale wurde letzten Sonntag ausgetragen: Frankreich gegen Kroatien. Die beiden klaren Favouriten trafen sich also, wie zu erwarten war, im Finale, welches Frankreich letzlich gewann. Damit ist Frankreich im Jahre 2010 Handballeuropameister geworden, Kroatien ist Fize-Meister und Spanien erhielt die Bronzemedaille. Deutschland hat noch einiges zu tun, bis sie wieder in der obersten Liga mithalten können.

Michael "Mimi" Kraus, der wohl beste Spieler im deutschen Team und Kapitain
Schlagworte: Aktuell, Deutschland, EM, EM 2010, Europameisterschaft, Handball, Spiel, Sport